Bisher 5.395.833 Besucher

Wie akute Verschlechterungen der COPD behandelt werden
Am Samstag, den 07. September 2019 wird von 9:00 - 17:00 Uhr in Hattingen/NRW im LWL Industriemuseum das 12. Symposium-Lunge stattfinden. Alle weiteren Informationen zu unserem Jahreskongress entnehmen Sie bitte den Kongresswebseiten auf unserer Homepage
Vorankündigung 12. Symposium-Lunge Programmhefte bestellen DVD Symposium-Lunge
12. Symposium - Lunge

Wie akute Verschlechterungen der COPD behandelt werden

Wie sich akute Verschlimmerungen (Exazerbationen) bei COPD-Patienten erkennen und stationär behandeln lassen, wird Prof. Dr. med. Rohde vom Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt in seinem Vortrag auf dem Symposium Lunge 2019 darlegen.

Die akute Verschlechterung (Exazerbation) der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD ist der aktuellen Leitlinie zufolge definiert als eine über mindestens zwei Tage anhaltende Verschlimmerung der Atemwegsbeschwerden mit der Notwendigkeit einer Intensivierung der Therapie (Vogelmeier et al. 2018). Die wesentlichen Symptome sind eine Zunahme der Luftnot, des Hustens und/oder des Auswurfes.

Bei der Erkennung einer Exazerbation ist es wesentlich, diese von anderen, möglichen Ursachen für eine Zunahme der Symptome abzugegrenzen. Hierzu zählen die akute Linksherzschwäche, akute Durchblutungsstörungen des Herzens, ein Blutgerinnsel in den Lungenarterien (Lungenembolie), eine Lungenentzündung und der Pneumothorax (Zusammenfallen eines Lungenflügels).

Zur medikamentösen Therapie einer Exazerbation stehen atemwegserweiternde Medikamente (Bronchodilatoren), Kortisontabletten oder -Spritzen und gegebenenfalls Antibiotika bei Hinweis auf eine bakterielle Infektion zur Verfügung. Bei Patienten mit unzureichender Atmung wird zunächst zusätzlich Sauerstoff, z.B. über eine Nasensonde, Nasenbrille oder eine Maske verabreicht. Hierbei ist es wichtig, die Blutgaswerte engmaschig zu kontrollieren, um einen möglichen Anstieg des Kohlendioxids (CO2) im Blut rasch zu erkennen, der zu einer Übersäuerung des Blutes führen kann, die mit schwergradigen Störungen des Stoffwechsels, zunehmender Benommenheit bis hin zum Koma und einer weiteren Schwächung der Atmung verbunden ist.

Im Fall einer drohenden oder bestehenden Übersäuerung des Blutes ist die Einleitung einer Beatmung notwendig. Bei der nicht-invasiven Beatmung über eine Gesichtsmaske (Nasen- oder Nasen-Mund-Maske) wird die Atmung durch eine Maschine unterstützt, wobei in den meisten Fällen der Patient diese Unterstützung durch seine eigene Atmung steuern kann. Besteht jedoch eine zu starke Benommenheit oder ist der Patient nicht in der Lage, diese Therapie zu tolerieren, kommt die Einleitung einer invasiven Beatmung in Betracht. Hier wird der Patient dann in ein sogenanntes künstliches Koma versetzt und es wird ein Beatmungsschlauch in die Luftröhre eingeführt, worüber der Patient dann maschinell beatmet wird.

Ist auch diese Maßnahme nicht ausreichend, um eine ausgeglichene Blutgassituation zu erreichen, besteht die Möglichkeit, CO2-Auswaschverfahren, wie zum Beispiel iLA (interventional lung assist) oder eine ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung) einzusetzen.

Eine relativ neue Technik, um möglichst viel Sauerstoff über die Lungen zuzuführen, ist der sogenannte High-Flow-Sauerstoff. Hierbei wird ein befeuchtetes und erwärmtes Luft-Sauerstoff-Gemisch über Nasenkanülen mit einer hohen Flussrate von 20 - 60 Liter/min gegeben. Die hohen Flussraten bedingen eine geringgradige Erhöhung des Druckes in den oberen Atemwegen. Die Folge ist auch eine gewisse Auswaschung von CO2, weshalb unter einer High-Flow-Sauerstoffgabe kein Anstieg sondern eher ein Abfall des CO2 und auch eine Abnahme der Atemarbeit erreicht werden können. Die Erwärmung (37 Grad Celsius) sowie die Befeuchtung (Wassergehalt von 44mg H2O/ml) bedingen außerdem eine gute Verträglichkeit ohne Austrocknung und Entzündung der Schleimhäute (Vogelmeier et al. 2018). Diese Technik kann daher auch gut mit dem CO2-Auswaschverfahren iLA kombiniert werden.

Quelle: Vortrag von Univ.-Prof. Dr. med. Gernot G.U. Rohde, Leiter des Schwerpunkts Pneumologie/Allergologie an der Medizinischen Klinik 1 am Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, auf dem 12. Symposium Lunge am Samstag, den 7. September 2019 von 9:00 -17:00 Uhr in Hattingen (NRW).

Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge
Jens Lingemann
symposium-org@copd-deutschland.de
Telefon: 02324 - 999 959

Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2019

Wie in den zurückliegenden Jahren, wird die Veranstaltung von einer großen Ausstellung umrahmt, auf der sich Betroffene, Angehörige und Interessierte umfassend über verschiedene Aspekte von Lungenerkrankungen informieren können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, kostenlos eine Lungenfunktionsprüfung im LufuMobil durchführen zu lassen.

Veranstalter des Symposiums-Lunge ist der COPD-Deutschland e.V., Mitveranstalter ist die Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland.

Der Eintritt zur öffentlichen Veranstaltung ist frei, Voranmeldungen sind nicht möglich.
Für Betroffene, welche eine Langzeit-Sauerstofftherapie durchführen, ist die kostenlose Befüllung der gängigen Flüssigsauerstoff Mobilgeräte ganztägig gewährleistet.

Umfassende Informationen, Zusammenfassungen, Fotostrecken und DVD-Mitschnitte der 11 bisher stattgefundenen Symposien stehen im Internet zur Verfügung. Sämtliche Informationen zum 12. Symposium-Lunge entnehmen Sie bitte der Homepage des Veranstalters bzw. des Mitveranstalters.

Quelle: COPD-Deutschland e.V. und Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland

©Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland
Der Abdruck bzw. die Weiterverwertung dieses Artikels oder von Teilen daraus in Print oder Onlinemedien darf nur verwendet werden, wenn die komplette Quelle angegeben wird.