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Symposium Lunge 2011: Workshops
Am Samstag, den 07. September 2019 wird von 9:00 - 17:00 Uhr in Hattingen/NRW im LWL Industriemuseum das 12. Symposium-Lunge stattfinden. Alle weiteren Informationen zu unserem Jahreskongress entnehmen Sie bitte den Kongresswebseiten auf unserer Homepage

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Vorankündigung 12. Symposium-Lunge DVD Symposium-Lunge


Die Workshops werden im Rahmen des Symposium - Lunge von der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. durchgeführt.
  Ort:
  Gebläsehalle, Tagungsraum I (im Obergeschoss )
Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt auf 40 Personen.
  Workshop I
  Beginn:    12:00 Ende:     13:30  
 

Moderator:
Dr. med. Wolfgang Scherer
Leitender Arzt Reha-Zentrum Utersum auf Föhr

Thema: Wie komme ich zu einer stationären Rehabilitation?
Was muss in einem erfolgversprechenden Antrag stehen?

Grundsätzlich ist eine stationäre Rehabilitation bei fortgeschrittener COPD erstrebenswert und äußerst sinnvoll, um eine möglichst lange Eigenständigkeit des Patienten zu verbessern und zu erhalten. Zuerst muss geklärt werden, wer der Kostenträger ist, damit bei diesem ein entsprechender, ärztlich begründeter, Antrag gestellt werden kann. Infrage kommende Kostenträger sind bis auf Sonderfälle:

Die Deutsche Rentenversicherung bei Patienten, die weder Alters- noch Erwerbsunfähigkeitsrente beziehen und im Arbeitsleben stehen.

Die zuständige gesetzliche Krankenkasse bei Rentnern.

Die zuständige Berufsgenossenschaft, falls die COPD als Berufskrankheit anerkannt ist.

Bei den privaten Krankenversicherungen kommt es auf entsprechende Voraussetzungen der Versicherungsverträge an.

Falls nicht bekannt, kann die Zuständigkeit der einzelnen Kostenträger durch den Hausarzt bei der entsprechenden Krankenkasse geklärt werden, die ihm dann die kompletten Antragsunterlagen zuschickt. Der Patient kann selbstverständlich auch selbst bei seiner Krankenkasse anrufen. Für die Ärzte, die einen Rehabilitationsantrag für ihre Patienten ausfüllen, gelten bestimmte Regeln, die der Gesetzgeber festgelegt hat. Man sollte sich im Vorfeld darüber informieren, ob der Arzt hierfür die entsprechende Berechtigung hat.

Die Bedeutung der Rehabilitation besteht in dem interdisziplinären Behandlungsansatz durch Ärzte, Psychologen, Diätassistentinnen,Sport-, Physio- und Ergotherapeuten, Sozialarbeiter und Krankenpflegepersonal. Deshalb sollte in der ärztlichen Begründung einer stationären Rehabilitation auf die Notwendigkeit dieses interdisziplinären Ansatzes eingegangen werden. Die Durchführung ambulanter Rehabilitationsmaßnahmen ist aufgrund der Schwere und des Stadiums der Erkrankung in den meisten Fällen nicht möglich.

Die Notwendigkeit einer Rehabilitation bei entsprechenden Voraussetzungen ist in den „Nationalen VersorgungsLeitlinien COPD“ (NVL COPD) verankert.

Alle hier angeführten Einzelheiten, Tipps und weitere Möglichkeiten werden in dem angegebenen Workshop mit konkreten Hinweisen erläutert. Die Teilnehmer sind eingeladen, ihre Unterlagen bei einer eventuell bereits abgelehnten Rehabilitation mitzubringen, um auch anhand eines solchen Beispiels ausführlich darüber zu diskutieren, welche weiteren Maßnahmen darüber hinaus geeignet sind, entsprechenden Patienten zu helfen.

  Workshop II
  Beginn:    15:00 Ende:     16:30  
 

Moderator:
Dr. med. Wolfgang Scherer
Leitender Arzt Reha-Zentrum Utersum auf Föhr

Thema: Auf was muss sich der Patient während einer stationären Rehabilitation einstellen und in wieweit muss er bereit sein, sich selbst einzubringen?

Eine erfolgversprechende Rehabilitationsmaßnahme hängt ganz entscheidend davon ab, ob der Patient auch bereit ist, sich aktiv an dieser zu beteiligen. Es geht hier in erster Linie um die oft geforderte Compliance, die unbedingt erforderlich ist für die einzelnen Therapien. Sei es bei der unbedingten Einhaltung vorgegebener Termine bei Anwendungen, Vorträgen, Medikamenteneinnahme und dem Einbringen bei allen interdisziplinären Maßnahmen. Das gilt für die Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten, Diätassistenten, dem Krankenpflegepersonal sowie eventuell erforderlichen Gesprächen mit Sozialarbeitern.

Nach der Genehmigung muss die Rehabilitationsmaßnahme sorgfältig vorbereitet werden. Eine korrekte Behandlung ist nur nach ärztlicher Untersuchung und erneuter spezifischer Funktionsdiagnostik möglich, hierzu ist das Mitbringen von Vorbefunden sehr wichtig. Der behandelnde Stationsarzt wird in Absprache mit dem Patienten einen auf diesen zugeschnittenen Therapieplan erstellen.

Unbedingt notwendig ist – wie bereits erwähnt - die Bereitschaft, mittels eigener Disziplin die verordneten Maßnahmen auch strikt einzuhalten. So sollte die Rehabilitationsklinik über ein gutes Nichtrauchertraining verfügen, falls der Patient immer noch rauchen sollte, um so die allerwichtigste Voraussetzung für COPD-Kranke, nämlich rauchfrei zu werden, zu schaffen.

Die aktive Mitarbeit ist in allen Gruppen und Einzeltherapien notwendig und wird daher selbstverständlich auch von den Therapeuten eingefordert. Neben der interdisziplinären Patientenschulung spielt die individuell und gezielt verordnete Trainingstherapie eine Hauptrolle.

Je nach Bedarf kommen Beratungen und praktische Übungen im Bereich der Ernährung, Ergotherapie und Medikamentenanwendung hinzu. Psychische und soziale Problemstellungen werden einzeln, manchmal auch in Gruppen behandelt.

Rehabilitation ist anstrengende Arbeit für die eigene Gesundheit, sie verhilft den meisten Patienten wieder zu einem besseren Leben MIT der Erkrankung und sie fördert darüber hinaus auch ein Stück wiedergewonnener Selbständigkeit. Des weiteren bietet sie natürlich auch die Gelegenheit zum täglichen Austausch mit anderen Betroffenen. In dem genannten Workshop wird die Bedeutung der einzelnen Bausteine hervorgehoben, über die eine gute pneumologische Rehabilitationsklinik
verfügen sollte. Außerdem werden praktische Tipps gegeben, wie man sich auf diese Maßnahme optimal vorbereiten kann, damit sie für den Patienten ein voller Erfolg wird.