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Symposium
- Lunge 2009
03. Oktober 2009 in Hattingen/Ruhr |
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Motto: |
COPD
und Lungenemphysem
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Thema: |
Welches
sind die entscheidenden Therapiesäulen?
Von der Prophylaxe bis zur operativen Behandlung |
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| 09:00 |
Einlass
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| 09:00
- 10:15 |
Alle
Besucher des Symposiums haben die Gelegenheit, die Ausstellung
zu besuchen. |
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| 10:15
- 10:30 |
Eröffnungsansprache
und Begrüßung |
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Jens Lingemann,
Hattingen
Gründer und Koordinator der Selbsthilfegruppen Lungenemphysem
– COPD Deutschland
1. Vorsitzender COPD - Deutschland e.V.
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| 10:30
- 10:55 |
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Prof.
Dr. med. Helmut Teschler
Essen
Ärztlicher Direktor
Ruhrlandklinik gGmbH am Universitätsklinikum Essen
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Die
Krankheitsbilder COPD und Lungenemphysem, Gemeinsamkeiten
und Unterschiede.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist
eine in aller Regel chronisch fortschreitende Erkrankung
der Lunge, die durch eine Verengung und Verstopfung
der Atemwege mit nachfolgendem Umbau des Lungengewebes
gekennzeichnet ist. Als Sammelbegriff bezeichnet COPD
eine Gruppe von Lungenkrankheiten, die durch Husten,
vermehrten Auswurf und Atemnot bei Belastung gekennzeichnet
sind. In erster Linie sind die chronische Bronchitis,
die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem
zu nennen.
Als Lungenemphysem bezeichnet man dagegen die irreversible
Überblähung der belüfteten Räume
distal der terminalen Bronchiolen. Beim so genannten
zentriazinären Emphysem sind die zentralen Teile
des Azinus (kleinste Lungeneinheit) primär betroffen.
Die Hauptursache für dieses Emphysem ist das Rauchen.
Die Schadstoffe führen zu einer Entzündung,
die das interstitielle Lungengewebe angreift. Das so
genannte panazinäre Emphysem entsteht am peripheren
Ende des Azinus.
Hauptursache für seine Entstehung ist der vererbte
Mangel des Enzyms Alpha-1-Antitrypsin. Dieses Enzym
schützt die Lunge vor Proteasen, die das Gewebe,
insbesondere aber die elastischen Fasern in den Wänden,
der Lungenbläschen jetzt ungeschützt angreifen
und zerstören können. Wenn die Wände
der Lungenbläschen einreißen, entstehen immer
größere Emphysemblasen. Es bildet sich ein
panlobuläres und bei weiterem Wachstum ein bullöses
Emphysem aus. Bei allen diesen Erkrankungen trägt
vor allem die chronische Entzündung zur Aufrechterhaltung
des Krankheitsgeschehens bei, das durch Noxen verschiedenster
Art (Rauchen, Infektionen, Umweltverschmutzung usw.)
angefacht und unterhalten wird. Bei der Erkrankung an
COPD klagen die Patienten zunächst über Husten
(oft als Raucherhusten verharmlost) und über wechselnd
viel Auswurf, aber erst Jahre später über
Atemnot bei körperlicher Belastung. Beim „reinen“
Lungenemphysem steht die Atemnot bei Belastung dagegen
im Vordergrund. Die COPD kann mit einer asthmatischen
Reaktion kombiniert sein, die beim Emphysem seltener
vorkommt.
Schwere Formen einer COPD lassen sich häufig in
zwei charakteristische klinische Erscheinungsformen
einteilen:
• Beim Blue Bloater („blauer Aufgedunsener“)
handelt es sich um die schwere Form einer COPD, die
auf dem Boden einer chronischen (obstruktiven) Bronchitis
entstehen kann. Diese Patienten haben meist Übergewicht
und leiden unter Husten mit wechselnd viel Auswurf.
Trotz einer ausgeprägten Zyanose (Blausucht)mit
hochgradigem Sauerstoffmangel (Hypoxie) und Anreicherung
von Kohlendioxid im Blut (Hyperkapnie) ist die Atemnot
eher gering ausgeprägt. Auf den Sauerstoffmangel
reagiert der „Blue Bloater“ mittels vermehrter
Bildung roter Blutkörperchen (Polyglobulie).
• Beim Pink Puffer („rosa Schnaufer“)
handelt es sich um einen Typ des Lungenemphysematikers
mit asthenischem Konstitutionstyp (hervorgerufen durch
ständig vermehrte Muskelarbeit der Atemmuskulatur),
starker Dyspnoe und eher trockenem Husten. Die Patienten
haben eine allenfalls leichte Zyanose, da kein oder
ein nur geringgradiger Sauerstoffmangel besteht. Nur
selten (Spätstadium) findet sich eine Anreicherung
von Kohlendioxid im Blut (Hyperkapnie).
Auch in der Behandlung finden sich Gemeinsamkeiten und
Unterschiede. Das gemeinsame Behandlungsziel besteht
darin, das Fortschreiten der Erkrankung zu mindern oder
aufzuhalten und die Lebensqualität der Patienten
zu verbessern. Voraussetzung jeder sinnvollen Behandlung
ist es, zunächst schädigende Einflüsse
auszuschalten. Dazu muss das Rauchen bei COPD und Lungenemphysem
grundsätzlich aufgegeben werden, auch Passivrauchen
ist zu vermeiden. Die Beendigung des Rauchens ist die
einzige Möglichkeit, nachweislich die Prognose
dieser Erkrankungen deutlich zu verbessern.
Ein entscheidendes Ziel in der medikamentösen Therapie
bei COPD und Emphysem ist es, die Bronchien zu erweitern
um die Atmung zu verbessern. Die Medikamente, die hierfür
verwendet werden, nennen sich „Bronchodilatatoren“.
Durch diese Gruppe von Medikamenten werden die im Rahmen
der Erkrankung enggestellten Bronchien durch Einwirken
auf die Bronchialmuskulatur mehr oder weniger weit gestellt.
Vorwiegend werden zwei Medikamentengruppen dazu eingesetzt.
Zum einen die „Beta-2-Mimetika“ und zum
anderen die „Anticholinergika“.
Der Stellenwert von inhalierbarem Kortison ist nur bei
schwerer bis sehr schwerer COPD gesichert. Kortisontabletten
helfen bei beiden Erkrankungen nur im Falle einer schweren
Exazerbation. Antibiotika sind bei bakteriellen Infektionen
angezeigt und können die sonstige Therapie dann
sinnvoll unterstützen. Die Substitution mit humanem
Alpha-1-Konzentrat (Prolastin HS) kommt nur für
Patienten mit stark erniedrigten Blutspiegeln von Alpha-1-AT
und fortgeschrittenem Emphysem infrage.
Von der Sauerstofflangzeittherapie profitiert der COPD-Patient
vom Typ des Blue Bloaters aus Sicht der Lebenserwartung
wahrscheinlich mehr als der Emphysematiker, der mit
Sauerstoff oft weniger Atemnot empfindet. Die nicht
invasive Beatmung ist bei der COPD eines Blue Bloaters
besonders effektiv, wird vom reinen Emphysematiker dagegen
selten – oder erst im fortgeschrittenen Stadium
- mit gutem Erfolg akzeptiert. Die Lungentransplantation
kommt bei schwerster COPD und bei fortgeschrittenem
Emphysem als letzte Option nach Ausschöpfung aller
anderen zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden
für ansonsten weitgehend gesunde Menschen unter
65 Jahren infrage.
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| 10:55
- 11:20 |
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Dr.
med. Thomas Hering,
Berlin
Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie,
Umweltmedizin
stellvertretender Vorsitzender des
Bundesverbandes der Pneumologen (BdP) |
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Hauptursache
von COPD und Emphysem ist das Rauchen
Nichtraucherprävention und Tabakentwöhnung bei
COPD"
Der chronische Entzündungsprozess des Bronchialsystems
bei COPD hat bei der großen Überzahl der Erkrankten
seine Ursache im Tabakrauch, also zumeist dem Zigarettenrauch.
9 von 10 COPD-Erkrankten haben ihre Erkrankung durch das
langjährige Rauchen erworben. Allerdings: nicht alle
Raucher bekommen eineCOPD.
Von 100 langjährigen Rauchern bekommen etwa 20 -
25 eine COPD, die anderen 75 - 80 % erkranken „nur“
an einer chronischen Bronchitis und haben – genau
wie die COPD-Kranken – ein stark gesteigertes Risiko,
am Herzinfarkt und am Lungenkrebs zu erkranken und zu
sterben.
Schon nach 5 - 10 Jahren eines dauerhaften Zigarettenkonsums
ist das vorzeitige Altern der Lunge durch die Spirometrie
diagnostizierbar. Wenn fortdauernd geraucht wird, schreitet
die Erkrankung unbarmherzig voran und führt zum frühzeitigen
Versiegen der Atemkapazität: frühzeitige schwere
Behinderung und ein vorzeitiges Versterben sind die Folgen.
An vorderster Stelle der Therapie und am wichtigsten:
die Beendigung des Tabakkonsums! Fortdauerndes Rauchen
führt – daran kann eine medikamentöse
Therapie überhaupt nichts ändern – zum
gnadenlosen Fortschreiten der Erkrankung: Die Atemkapazität
sinkt von Jahr zu Jahr. Sobald sie ein gewisses Mindestmaß
unterschreitet, ist die schwere Behinderung die Folge.
Dann können Verrichtungen des Alltags wie das Erledigen
des eigenen Haushaltes, der Einkäufe, der Körperpflege
nicht mehr ohne Hilfe geschafft werden. Tabakentwöhnung
– also das Loskommen von der Nikotinabhängigkeit
– ist eine nicht leichte, jedoch machbare Aufgabe!
Sowohl die „erlernte“ Abhängigkeit von
der Zigarette als auch die regelrechte Nikotin-Drogensucht
sind zu überwinden. Entsprechend gehen alle wirksamen
Entwöhnungsprogramme von einer Kombination einer
Verhaltensbeeinflussung („psychosoziale Unterstützung“/Verhaltenstherapie)
sowie einer begleitenden medikamentösen Unterstützung
(Nikotinersatzpräparate sowie Tabletten-Therapie
z. B. mit Champix® oder Zyban®) aus. |
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| 11:20
- 11:45 |
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Prof.
Dr. med. Claus Franz Vogelmeier,
Marburg
Direktor der Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt
Pneumologie am Universitätsklinikum Giessen und Marburg,
Standort Marburg
Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
e.V. |
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Alpha-1-Antitrypsinmangel
als mögliche Ursache des Emphysems
Vor ungefähr 40 Jahren wurde der Alpha-1-Antitrypsinmangel
erstmals von Laurell und Erikkson beschrieben. In der Zwischenzeit
wurden wesentliche Fortschritte gemacht: Wir kennen jetzt
die zugrundeliegenden molekularen Pathomechanismen und haben
mit der Alpha-1-Antitrypsin-Substitutionstherapie ein kausales
Behandlungsverfahren zur Verfügung.
Allerdings ist der Alpha-1-Antitrypsinmangel eine relativ
seltene Erkrankung. Dies führt dazu, dass die Krankheit
nicht im Bewusstsein von Patienten und Ärzten verankert
ist. Oftmals wird dadurch die Diagnose zu spät gestellt.
Vor diesem Hintergrund ist es von wesentlicher Bedeutung,
Patienten mit einem angeborenen Alpha-1-Antitrypsinmangel
frühzeitig zu entdecken. Es sollten insbesondere alle
Patienten getestet werden, die in relativ jungem Lebensalter
(z. B. unter 50 Jahre) eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung
(COPD) entwickeln (und zwar unabhängig von der Raucheranamnese).
Weiterhin sollten alle erstgradig mit betroffenen Patienten
verwandte und solche Menschen, in deren Familien gehäuft
eine COPD auftritt, getestet werden. Darüber hinaus
sollten nach internationalen Richtlinien alle Patienten
mit Asthma auf einen Alpha-1-Antitrypsinmangel untersucht
werden, bei denen die Bronchialobstruktion nur partiell
reversibel ist. |
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| 11:45
- 12:10 |
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Norbert
K. Mülleneisen,
Leverkusen
Asthma- und Allergiezentrum Leverkusen |
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Der
COPD-/Emphysempatient in der ambulanten pneumologischen
Praxis
Wann
muss ich zum Facharzt, was kann mein Hausarzt? Was darf
mein Hausarzt, was mein Facharzt noch verordnen? Was darf
ich, was soll ich meinen Arzt fragen? Woran erkenne ich
einen guten Arzt? Gibt es sanfte Medizin oder Naturheilverfahren,
die mir helfen können? Welches Krankenhaus, welche
Rehaklinik empfiehlt mein Arzt? Was erwartet mein Arzt
von mir? Wie bereite ich mich auf den Arztbesuch vor?
Soll ich in eine Selbsthilfegruppe, wenn ja, in welche?
Woran erkenne ich eine gute Selbsthilfegruppe? |
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| 12:10
- 14:00 |
Mittagspause,
alle Besucher des Symposiums haben die Gelegenheit, die
Ausstellung zu besuchen. |
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| 14:00
- 14:25 |
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Prof.
Dr. med. Kurt Rasche,
Wuppertal
Direktor des Lungenzentrums Kliniken St. Antonius
Akad. Lehrkrankenhaus der HHU Düsseldorf |
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Der
COPD-/Emphysempatient in fachstationärer Behandlung
Durch ein mittlerweile dichter gewordenes
Netz von niedergelassenen Pneumologen erfolgt heute das
sog. Management des COPD- bzw. Emphysempatienten überwiegend
ambulant. Die fachstationäre Behandlung eines COPD-Patienten
wird aber häufig dann erforderlich, wenn es zu einer
sog. akuten Exazerbation der Erkrankung, die vielfach
durch einen Infekt hervorgerufen wird, kommt.
In diesem Fall kann es durch eine Zunahme der Atemwegsverengung
(med.: „Atemwegsobstruktion“) sowie durch
eine vermehrte Bronchialschleimbildung (med.: „Hypersekretion“)
zu einer zunehmenden Atmungsschwäche (med.: „respiratorische
Insuffizienz“) kommen, die aus Sicherheitsgründen,
aber auch wegen der erweiterten Behandlungsmöglichkeiten
im Krankenhaus, nicht mehr ambulant behandelt werden sollte.
In der Klinik wird zunächst an Hand der klinischen
Befunde und der Blutgasanalyse festgelegt, ob der Patient
auf einer Normalstation oder der Überwachungs- bzw.
Intensivstation behandelt werden muss. Ist letzteres der
Fall, so wird neben der Intensivierung der medikamentösen
Therapie einschließlich einer Antibiotikagabe bei
niedrigem Sauerstoffdruck ggf. auch eine Sauerstofftherapie
und bei zusätzlich erhöhtem Kohlendioxiddruck
sogar eine Beatmungstherapie, letztere möglichst
nicht-invasiv, also mit einer Beatmungsmaske, notwendig.
Kommt es zu einer Stabilisierung der Atmungsfunktionen,
kann der Patient wieder auf der Normalstation ohne dauerhafte
Überwachung behandelt werden. Sofern dies nicht bereits
im ambulanten Bereich geschehen ist, werden hier dann
ergänzende Untersuchungen zur Feststellung von Art,
Ursache und Ausmaß der COPD durchgeführt. Hierzu
zählen eine umfassende Lungenfunktionsprüfung,
eine Computertomographie der Brustkorborgane, eine Ultraschalluntersuchung
des Herzens, ein Allergietest wie aber auch Blutuntersuchungen,
z. B. die Bestimmung des sog. a1-Antitrypsins, einem Eiweiß,
das bei bestimmten erblich bedingten Formen des Lungenemphysems
erniedrigt ist.
Darüber hinaus muss entschieden werden, ob der Patient
auf Dauer eine Sauerstofftherapie oder sogar eine häusliche
Beatmung, z. B. über eine Nasen- oder Gesichtsmaske,
benötigt.
Die Entscheidung zur Sauerstoff-Langzeit- oder zur Beatmungstherapie
sollte möglichst in Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen
Pneumologen erfolgen, da während einer akuten Exazerbation
hierüber häufig noch keine endgültige Aussage
gemacht werden kann. Die fachstationäre Behandlung
umfasst weiterhin noch die Intensivierung und Erlernung
spezieller krankengymnastischer und atemtherapeutischer
Techniken, die der Patient dann auch im ambulanten Bereich
fortführen kann. Auch sollte, wenn erforderlich,
durch Beratung eine Weichenstellung in Richtung einer
langfristigen Raucherentwöhnung erfolgen. Schließlich
muss in der Klinik sehr rasch über die Notwendigkeit
einer anschließenden Rehabilitationsmaßnahme
entschieden werden und von hier aus bereits der entsprechende
Antrag beim zuständigen Kostenträger gestellt
werden. |
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| 14:25
- 14:50 |
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Prof.
Dr. med. Susanne Lang,
Gera
Chefärztin Medizinische Klinik II
am SRH Waldklinikum Gera
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Notwendigkeit
der Verordnung der Sauerstoff-Langzeittherapie und Umsetzung
der Therapie
durch den Patienten
Sauerstoff steht am Beginn allen Lebens und ist so wichtig
wie Essen und Trinken. Um eine ausreichende Versorgung
des menschlichen Organismus mit Sauerstoff zu gewährleisten,
müssen verschiedene Organsysteme – Lunge,
Herz, Kreislauf, Muskulatur - zusammenarbeiten.
Bei einem chronischen Sauerstoffmangel durch Erkrankungen
der Atemwege oder der Lunge müssen Herz und Kreislauf
versuchen den Mangel auszugleichen und die Muskulatur
arbeitet, sozusagen „auf Sparflamme“. Längerfristig
führt dies zu einer Überlastung des Herzens,
zu einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit
und verringerten Lebensqualität sowie zu einer
verkürzten Lebenserwartung.
Deshalb ist die Sauerstoff-Langzeittherapie so wichtig
für Patienten, die einen chronischen, d.h. lang
anhaltenden Mangel an Sauerstoff haben. Wenn ein Mangel
nur vorübergehend besteht, z. B. bei einer Lungenentzündung
oder einer vorübergehenden Verschlechterung der
Lungenkrankheit ist es nicht sinnvoll, sofort eine Langzeitbehandlung
mit Sauerstoff einzuleiten.
Wenn Sauerstoff verordnet wird, muss gemessen werden
wie niedrig der Sauerstoffgehalt im Blut ohne zusätzliche
Gabe von Sauerstoff ist und wie stark der Sauerstoffgehalt
im Blut durch Sauerstoffgabe ansteigt. So lässt
sich die Flussrate, die am Sauerstoffgerät eingestellt
wird, bestimmen. Der Patient sollte diese Einstellung
nicht selbstständig verändern und die Behandlung
möglichst konsequent durchführen. Es wird
empfohlen, die Sauerstoff-Langzeittherapie mindestens
16 Stunden am Tag (besser 24 Stunden) durchzuhalten.
Für die Umsetzung der Therapie ist es sinnvoll,
dass sich Patienten möglichst gut über die
Behandlung und die Geräte informieren. Dazu gehören
die Pflege der Geräte, die Verwendung von sterilem
Wasser (wenn nötig), die Schlauchsysteme aber auch
wie man im Urlaub versorgt werden kann oder was man
bei Flugreisen beachten muss.
Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Patient,
Krankenhausarzt und
Hausarzt oder Lungenarzt ist wichtig und wird von Patientenselbsthilfegruppen
noch unterstützt.
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| 14:50
- 15:15 |
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Prof.
Dr. med. Dieter Köhler,
Schmallenberg
Chefarzt Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft
Stellvertretender Vorsitzender des Instituts für Lungenforschung
e.V. |
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Die
Nicht-invasive Beatmung; welche Patienten profitieren
davon?
Für die Behandlung der schweren COPD gab es in den
letzten Jahrzehnten eigentlich nur die Sauerstofflangzeittherapie,
in vereinzelten Fällen auch mal die Lungentransplanation.
In den letzten Jahren ist hier die Nicht invasive Beatmung
zu Hause als sehr großer Fortschritt gerade in Deutschland
hinzugekommen.
Schaut man jedoch auf die anderen Länder, werden
die Therapieeffekte als nur gering beschrieben. In manchen
Ländern wird sogar die Beatmung nicht mehr von den
Versicherungen übernommen. Hintergrund ist die falsche
Auswahl der dafür in Frage kommenden Patienten und
die in diesen Ländern anders durchgeführte Beatmung.
Nimmt man nur COPD - Patienten mit erhöhtem Kohlendioxid
im Blut (Hyperkapnie) und beatmet sie entsprechend, so
sind die Erfolge sehr deutlich. Es braucht aber große
Erfahrung, um den Patienten richtig auf eine Maskenbeatmung
einzustellen.
Alle Patienten mit erhöhtem Kohlendioxid im Blut
haben eine chronisch überlastete Atemmuskulatur infolge
ihrer COPD. Werden diese Patienten (vorwiegend nachts)durch
eine Maske so beatmet, dass die Eigenatmung nahezu unterdrückt
wird, kann sich die Muskulatur wieder erholen und Energie
(Glykogen) tanken. Durch die Wiederauffüllung der
Energiespeicher kann dann die Atemmuskulatur nach der
Beatmung deutlich mehr leisten, was sich in etwa in einer
Verdopplung der Belastung widerspiegelt.
Allerdings ist diese Therapie nicht ganz einfach, denn
die Patienten müssen lernen während der Beatmung
die eigene Tätigkeit der Atemmuskulatur ganz einzustellen.
Dazu gibt es heute entsprechende Geräte die Hilfestellung
leisten sowie auch eine Menge verfügbarer Masken,
so dass in fast allen Fällen ohne Beschwerden die
Beatmung durchgeführt werden kann.
Nach unseren Erfahrungen lohnt sich eine Beatmungstherapie,
wenn der pCO2-Wert deutlich über 50 mm Hg liegt.
Dann profitieren 80 bis 90% der Patienten davon. |
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| 15:15
- 15:45 |
Alle
Besucher des Symposiums haben die Gelegenheit die Ausstellung
zu besuchen. |
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| 15:45
- 16:10 |
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Prof.
Dr. med. Georgios Stamatis,
Essen
Chefarzt
Abteilung Thoraxchirurgie und thorakale Endoskopie an
der Ruhrlandklinik
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LVR
vor LTX? Lungentransplantation als ultima ratio?
Das
fortgeschrittene Lungenemphysem ist eine schwerwiegende
Erkrankung, die eine erhebliche Morbidität und Letalität
verursacht. Die Atemnot setzt bereits nach geringer körperlicher
Belastung ein und ist das führende klinische Symptom.
Eine medikamentöse Behandlung ist nur begrenzt wirksam,
da die bereits bestehenden anatomischen Veränderungen
kaum beeinflussbar sind. Von allen bisher praktizierten
chirurgischen Verfahren versprechen die Volumenreduktion
der Lunge (LVR) und die Lungentransplantation (LTX) einen
Erfolg.
Beide Verfahren haben als Ziel die Verbesserung der Atemnot
und der körperlichen Belastbarkeit der Patienten mit
schwerem Lungenemphysem. Die Indikation wird auf der Basis
der Anamnese, des körperlichen Status, der radiologischen
Diagnostik (Röntgenbild und Computertomographie des
Thorax), der Perfusionsszintigraphie, der Lungenfunktion
und der Blutgase gestellt. Ein präoperatives Rehabilitationsprogramm
ist sinnvoll und führt zur Reduktion der postoperativen
Morbidität und Mortalität. Bei der LVR kann der
Eingriff ein- oder doppelseitig, offen oder thorakoskopisch
vorgenommen werden.
Die bisherige Erfahrung mit der LVR, besonders die systematische
Analyse der verschiedenen Patientengruppen bei der NETTrial
hat gezeigt, dass es eine kleine Gruppe mit apikalem inhomogenem
Emphysem gibt, die von der LVR enorm profitiert, mit ausgezeichneten
Langzeitergebnissen. Bei der Lungentransplantation wird
ellektiv die Herz-Lungenmaschine eingesetzt, nach doppelseitiger
Transplantation sind die funktionellen Ergebnisse besser
als nach dem einseitigen Eingriff. Die Langzeitergebnisse
werden jedoch vom Auftreten der chronischen Organabstoßung
und der Entwicklung einer Bronchiolitis obliterans beeinflusst.
Um die langen Wartezeiten bis zu Lungentransplantation zu
überbrücken kann die LVR bei bestimmten Patienten
mit inhomogenem Emphysem als „bridging“ Verfahren
benutzt werden.
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| 16:10
- 16:35 |
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Prof. Dr. med. Helgo Magnussen,
Großhansdorf
Ärztlicher
Direktor Krankenhaus Großhansdorf
Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie
Lehrstuhl für Innere Medizin-Pneumologie
Medizinische Fakultät der Universität zu Lübeck
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Bronchoskopische
Lungenvolumenreduktion bei verschiedenen Formen des Lungenemphysems
Bronchologische Behandlung des schweren Lungenemphysems.
Das Lungenemphysem geht mit einer Zerstörung des
Lungengewebes einher. Dieser pathologische, anatomische
Prozess führt zur Lungenüberblähung, die
wesentlich für die Beschwerden der Patienten ist.
Die medikamentöse, nicht-medikamentöse und rehabilitative
Therapie des schweren Lungenemphysems führt häufig
nur zu einer unzureichenden Linderung der Beschwerden.
Daher sind in den letzten Jahren experimentelle Untersuchungen
zur bronchologischen Behandlung des Lungenemphysems durchgeführt
worden, die unter dem Begriff „Bronchologische Lungenvolumenreduktion“
(BLVR) zusammengefasst werden.
Drei verschiedene BLVR Verfahren
sind gegenwärtig in der Erprobung:
1. endobronchiale Ventile
2. airway bypass Systeme
3. biologischer Umbau des Lungengewebes
Zu 1.: Der Grundgedanke, der den endobronchialen Ventilen
zugrunde liegt, ist einfach: Werden Atemwege z. B. durch
einen Fremdkörper verlegt, so entwickelt sich bei
gesunden Menschen innerhalb weniger Stunden eine sogenannte
Resorbtionsatalektase, die mit einer Verkleinerung des
Lungenvolumens einhergeht. Sollte der Verschluss der Atemwege
z. B. durch ein Ventil oder eine andere mechanische Maßnahme
beim Lungenemphysem ebenfalls zu einer Atelektase führen,
kann die krankhafte Lungenüberblähung vermindert
werden.
Emphasys Medical, USA, hat die Pionierarbeit in der Ventiltherapie
beim Lungenemphysem geleistet. In einer groß angelegten
Studie (VENT-Study) zeigten ca. 20% der Patienten eine
Besserung der Lungenfunktion. Die Plazierung der Ventile
war unproblematisch und die Nebenwirkungen selten und
beherrschbar. Der Umstand, dass nur ein Teil der Patienten
eine Besserung zeigte, liegt vermutlich darin, dass überschüssige
Luft nicht über die Atemwege sondern eine kollaterale
Ventilation in die emphysematösen Lungenbezirke gelangt.
Die Firma Spiration hat ein andersartiges endobronchiales
System entwickelt, das noch weiterer Prüfung bedarf.
Zu 2.: Bronchus Incorporated, USA hat ein Verfahren in
der Entwicklung, bei welchem mit einem endobronchialen
Katheter kleine Löcher in die Wände der großen
Atemwege gesetzt werden. Mit Hilfe dieser „Fensterung“
der Atemwege soll die überschüssige Luft entweichen.
Das Verfahren ist technisch wesentlich aufwendiger als
die endobronchialen Ventile und kann noch nicht abschließend
bewertet werden.
Zu 3.: Die Firma Aeris Therapeutics, USA, führte
ein anderes Konzept ein. Die bronchologische Eingabe von
biologischen Materialien in die Alveolen und kleinen Atemwege
bewirkt eine Schrumpfung des so behandelten Lungengewebes
und führt zu einer Abnahme der Lungenüberblähung.
Das Verfahren ist erfolgversprechend, da es vermutlich
weniger von der kollateralen Ventilation abhängig
sein wird als die endobronchialen Techniken.
Den ersten Berichten über wenige Patienten werden
größere Untersuchungen unter Beteiligung deutscher
Zentren folgen.
Die Verfahren zur bronchologischen und biologischen Lungenvolumenreduktion
sind vielversprechend. Es ist aber noch keine abschließende
Bewertung möglich. Klinische Studien sind daher in
ausgewiesenen Zentren empfehlenswert, da die Risiken angesichts
des möglichen Nutzens gering sind.
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| 16:35
- 17:00 |
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Prof.
Dr. med. Heinrich Worth,
Fürth
Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Fürth
Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga e.V.
Vorsitzender
der AG Lungensport in Deutschland e.V.
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Lungensport bei schwerer COPD - Welche Möglichkeiten
gibt es?
Patienten mit COPD werden durch ihre Lungenerkrankung
häufig in ihrer Belastbarkeit eingeschränkt.
Als Folge der eingeschränkten Belastbarkeit wird
von den betroffenen Patienten Atemnot bei körperlicher
Belastung beklagt, die zu körperlicher Schonung,
einer Abnahme der Kondition und hierdurch bedingt zu
einer Abnahme der Lebensqualität führt. Soziale
Isolation und die Entwicklung von Depressionen sind
die Folge.
Körperliches Training führt bei allen Schweregraden
der COPD, auch im höheren Lebensalter, zu einer
Abnahme der Atemnot unter Belastung, einer Verbesserung
der körperlichen Belastbarkeit und der hiermit
verbundenen Steigerung der Lebensqualität. Durch
die geeignete Auswahl der Trainingsinhalte Kraft, Ausdauer,
Koordination und Beweglichkeit in Abhängigkeit
vom Trainingszustand des Patienten lässt sich ein
längerfristig wirksames Trainingsprogramm aufbauen.
Bei Patienten mit schwerer COPD können dosiertes
Krafttraining, insbesondere aber das Intervall-Training
und überbrückend auch die neuromuskuläre
Elektrostimulation zum Aufbau von Trainingseffekten
genutzt werden. Druckunterstützung bei der Einatmung
und Training der Atemmuskulatur sind Möglichkeiten
zur Trainingsverbesserung in speziellen Situationen.
Die positiven Effekte körperlichen Trainings können
nur durch dauerhafte Ausübung des Trainings und
entsprechende wohnortnahe Trainingsmöglichkeiten
langfristig aufrecht erhalten werden, insbesondere auch
durch die Nutzung ambulanter Lungensportgruppen.
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| 17:00
- 17:10 |
Resümee
des Tages und Schlussworte
Jens Lingemann,
Hattingen |
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| 17:10 - 17:20 |
Schlußworte
Prof. Dr. med. Helmut Teschler
Essen |
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| 17:20
- 18:00 |
Beantwortung
der schriftlich formulierten Patientenfragen |
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(Kurzfristige
Änderungen des Programm behalten wir uns vor) |
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