Asthma bronchiale und COPD haben sich
zu Volkskrankheiten von großer medizinischer und gesundheitsökonomischer
Relevanz entwickelt. Nahezu jedes 10. deutsche Kind ist von Asthma
bronchiale betroffen. Nach Prognosen der WHO wird die COPD im
Jahr 2020 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein.
Neben Genetik, veränderten Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüssen
haben Faktoren wie Geschlecht, Alter, Komorbidität, sozioökonomischer
Status, Bildung und Arbeitslosigkeit einen erheblichen Einfluss
auf die Ausprägung, den Verlauf und den Therapieerfolg beider
Krankheiten. Ein adäquates Herangehen an die vielschichtige
Problematik muss mehrdimensional und differenziert als langfristige
Aufgabe und nicht episodenhaft im Sinne einer kurzfristig angelegten
Reparaturmedizin gesehen werden. In dem vorliegenden Buch finden
sich zahlreiche Anregungen dafür, sowohl körperliche
als auch seelische und soziale Aspekte in die Therapieplanung
einzubeziehen. Medikamentöse und nichtmedikamentöse
Therapieoptionen werden ebenso wie verschiedene neue Versorgungsmodelle
– Integrierte Versorgung, Disease Management Programme –
dargestellt. Das öffentliche und professionelle Bewusstsein
für die Häufigkeit und die Bedeutung beider Erkrankungen,
ihre Behandelbarkeit und vor allem ihre Prävention muss geschärft
werden. Dieses Buch stellt hierfür das nötige aktuelle
epidemiologische, medizinisch-therapeutische, wirtschaftliche
und gesellschaftliche Hintergrund- und Kontextwissen zur Verfügung.
Dabei wird auch ein kurzer Blick in deutsche und internationale
Forschungslandschaft gewährt. Das Buch positioniert sich
an der Schnittstelle zwischen Ärzten, Entscheidungsträgern,
Kostenträgern und Patienten. Die kollegialen Diskussionen
auf wissenschaftlicher Basis sollen unterstützt, Entscheidungs-
und Kostenträger im Gesundheitswesen besser informiert und
die Kompetenz der Erkrankten und ihrer Angehörigen gefördert
werden.